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Die Geschichte der Jugendfeuerwehr Dillenburg

 

 

Nach verschiedenen Bränden in den Enden der fünfziger Jahre, bemühte man sich um den weiteren Ausbau der Wehr. Nicht nur Geräte mäßig, auch personell. Auf Vorschlag von Wehrführer Karl-Heinz Hatzfeld wollte man junge Leute, etwa 16-18 jährige in einer eigenen Abteilung ausbilden bzw. vorbilden. Man wollte mit den Jungen Grundbegriffe üben und sie dann mit 18 Jahren, wo sie pflichtig sein konnten, in die Wehr übernehmen.

Als ersten Versuch, wollte man Söhne älterer Feuerwehrkameraden werben, die wiederum ihre Freunde mitbringen könnten. In der nächsten Vorstandssitzung wurde der Vorschlag besprochen und für gut befunden.

Als Grundlage erbat ich Ausbildungsvorschriften zur Vereinheitlichung einer ersten feuerwehrtechnischen Ausbildung. Weil zunächst kein Fahrzeug bzw. Gerät vorhanden war, haben wir den schon ausgedienten „Hydrantenwagen“ wieder flott gemacht. Bestückt mit Standrohr, Hydrantenschlüssel, Rollschläuchen, Verteiler, Hacke, Schaufel, Leinen und etwas Kleinwerkzeug. Das war der alte Zweiradkarren mit Deichsel für zwei Mann zum ziehen. Weitere Mannschaft zum Schieben bzw. Drücken rechts und links, auch dahinter zum Schieben und in Reserve für den Wechsel.

So haben wir mit den ersten Jungs angefangen. Im Februar / März, nach Witterung, jeden Mittwoch von 19.00 – 21.00 Uhr. Zuerst Unterricht, dann praktischer Umgang und Handhabung der Geräte. Es wurden Fachbegriffe erklärt und die Anwendung der einzelnen Geräte erläutert. Die Jungs übten sich im Setzen und Abbauen von Standrohren in und aus den Hydranten. Die Hydranten wurden in den Straßen gesucht und die Bedienung erklärt, Schläuche wurden verlegt und aufgewickelt.

Es wurden die Arten von Schläuchen und die verschiedenen Kupplungen durchgenommen. Weiterhin wurden die verschiedenen Knoten und Stiche geübt und es wurden Abseilübungen durchgeführt.

Die Uniform für die Jungen kam zunächst vom alten Bestand. – Röcke mit den alten roten Gürteln, schwarze Lederhelme, aber schon bald richtige Feuerwehrhelme und Stiefel.

Schnell war das alles etwas eintönig, so wurde die alte Tragkraft-Spritze TS-4 wieder gebrauchsfähig gemacht. Alle waren stolz und mit Eifer dabei. Im Sommer wurde fleißig geübt. Zur Abschlussübung im Herbst traten wir als „Gruppe“ auf und zeigten stolz unser „Können“.

 

 

 

 

So hatten wir in der Wehr unseren „Nachwuchs“ für die nächste Zeit aufgebessert. Für die Jugendabteilung fand sich im Frühjahr bei entsprechender Werbung leicht wieder Nachwuchs und wir bauten auf den erstjährigen Erfahrungen auf.

Kreisbrandmeister Richter sprach sich lobend aus. Er warb zur weiteren und ausführlichen Ausbildung für Lehrgänge an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel. Davon wurde auch Gebrauch gemacht.

Diese „Vorbildung“, bildete praktisch den Vorläufer zur Jugendfeuerwehr, die dann auch später im Jahre 1974 offiziell gegründet wurde.

Danach bekamen wir für die Jungen auf Drängen und Bitten das alte VW-Fahrzeug zur Beförderung der TS-4 und der Mannschaft zur Verfügung gestellt.

 

 

Das Fahrzeug der Jugendfeuerwehr

 

Die ersten offiziellen Jugendfeuerwehren im Landkreis wurden bereits 1970 gegründet. Um bei der Dillenburger Feuerwehr den Nachwuchs auch in Zukunft zu sichern, wurde am 16.10.1974 die Jugendfeuerwehr Dillenburg als 20. Jugendfeuerwehr des Kreises gegründet. Die Jugendfeuerwehr sollte von Beginn an der Jugendarbeit dienen und nach demokratischen Grundsätzen, sowie nach den Richtlinien der Jugendfeuerwehren in Hessen aufgebaut werden.

 

 

Ausstellung des Jugendfeuerwehrausweises

 

Ziel und Zweck der Jugendfeuerwehr ist zunächst die Erziehung des Jugendlichen zur tätigen Nächstenhilfe und sozialer Aktivität. Die Pflege der Gemeinschaft ist ein zentrales Anliegen, das sich in fachlicher Ausbildung, sportlicher Betätigung und in einem Freizeitangebot verwirklichen soll (Übungen, Teilnahme an Wettkämpfen, Jugendzeltlager, Fotowettbewerbe usw.)

Die 21 Jungen im Alter von 12 – 13 Jahren wurden von Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Hatzfeld mit Handschlag in die Reihen der Feuerwehr Dillenburg aufgenommen und gründeten so die Jugendfeuerwehr Dillenburg (siehe Foto)

Die Leitung der Jugendabteilung wurde unter der fachlichen Aufsicht von Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Hatzfeld von den Kameraden Dieter Weyl und Helmut Menz übernommen.

Trotz des hohen Freizeitangebotes durch andere Vereine ist es in den nunmehr 35 Jahren seit der Gründung immer wieder gelungen, die Mitgliederzahl auf einem annähernd gleichen Stand zu halten.

Im Gegensatz zum Gründungsjahr ist heute das Eintrittsalter der Jugendlichen auf 10 Jahre herabgesetzt worden.

Nachdem im April 1990 zum ersten Mal ein Mädchen, die Tochter eines aktiven Kameraden Interesse an der Teilnahme bei der Jugendfeuerwehr bekundet hatte dauerte es nicht lange, bis 1991 mit Sandra Englert das erste Mädchen Mitglied in der Jugendfeuerwehr Dillenburg wurde.

Gemäß der Muster- Jugendordnung der Deutschen Jugendfeuerwehr gestaltet die Jugendfeuerwehr ihr Jugendleben innerhalb der Feuerwehr selbst. Sie gibt sich auf demokratischer Basis eine Führung aus Jugendsprecher, Schriftführer, Beisitzer und ggf. Kassierer zur Verwaltung einer Kameradschaftskasse. Der Jugendfeuerwehrwart leitet die Jugendfeuerwehr.

Zur Aus- und Weiterbildung der Jugendfeuerwehrwarte, Jugendgruppenleiter sowie interessierter Jugendlicher steht den Hessischen Jugendfeuerwehren das Jugendfeuerwehr- Ausbildungszentrum in Marburg-Cappel zur Verfügung. Diese bundesweit einmalige Einrichtung bietet die Teilnahme an jugendpädagogischen Lehrgängen für die ehrenamtlichen Helfer in der Jugendarbeit sowie an Neigungslehrgängen zum Beispiel zum Basteln mit unterschiedlichen Werkstoffen. Nicht zuletzt aufgrund der Nähe wurde dieses Angebot in den achtziger Jahren und Anfang der Neunziger sehr intensiv genutzt.

Die derzeitige Wirtschaftliche Gesamtsituation mit ihrem Schwierigkeiten für die Arbeitnehmer zu solchen Lehrgängen freigestellt zu werden lies die Auslastung des Jugendfeuerwehr- Ausbildungszentrums sinken und eine Schließung dieser für die Jugendarbeit in den Feuerwehren sehr wichtigen Institution steht zur Diskussion.

Seit 1977 bis 1990 war die Jugendfeuerwehr Dillenburg aktiv im Jugendausschuss des Feuerwehrverbandes Dillkreis vertreten und richtete in dieser Zeit zwei Kreiszeltlager und mehrere Wettkämpfe in Dillenburg aus.

Die Jungen und Mädchen werden durch Übungen mit den feuerwehrtechnischen Geräten, durch Sport und Spiel oder sonstige Aktivitäten auf eine spätere Übernahme in die Einsatzabteilung der Feuerwehr vorbereitet.

 

 

 

Übung im Herbst 2008

 

Sie lernen in erster Linie, dass man in der Gemeinschaft kameradschaftlich miteinander umgehen muss. Sie üben den Umgang mit den verschiedensten technischen Geräten und lernen für welche Zwecke man diese Geräte einsetzen kann.

Sie lernen die Umwelt zu schonen und zu erhalten.

Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung bedeutet Jugendfeuerwehr aber auch Sport, Spiel, Erlebnis, Abenteuer und sehr viel Spaß, bei sinnvoller Freizeitgestaltung, wie Fahrradtouren, Schwimmen, Kegeln, Wanderungen, oder Kanutouren.

Die Jugendfeuerwehr nimmt an nationalen wie internationalen Treffen teil. Sie vergleicht sich mit anderen Jugendfeuerwehren im fairen Wettkampf z.B. Bundeswettkampf, Geländespiel, Fahrradrallyes, Zeltlagerpokale und ähnlichem. . Die Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung in der Jugendfeuerwehr und erfordert somit ein breites feuerwehrtechnisches Wissen sowie sportliche Höchstleistungen. Insgesamt müssen die Jugendlichen 5 Aufgaben bewältigen: Beantworten eines Fragenkataloges, Aufbau einer langen Wegstrecke auf Zeit, eine Übung nach Feuerwehrdienstvorschrift, Kugelstoßen, sowie einen Staffellauf.

 

Die Auszeichnung wird jedoch erst ab dem 15. Lebensjahr verliehen. Nur durch das Teilnehmen der jüngeren Mitglieder war es möglich eine Mannschaft zu stellen. Die jüngeren Mitglieder können nur als sog. Auffüller teilnehmen.

 

 

Leistungsspangenabnahme in Driedorf 2008

 

Freizeitveranstaltungen wie Lager, Fahrrad- oder Kanutouren bedürfen einer perfekten
Organisation. Neben der Einverständniserklärung der Eltern sind die Verpflegung und der Transport zu organisieren und sehr häufig auch noch das Gepäck auf die nötigen Waschutensilien zu überprüfen. Dies verbunden mit der Betreuung der Jugendlichen für die Dauer der Freizeit bedeutet für die Betreuer ein großes Maß an Verantwortung und Engagement für die Jugendarbeit.

 

 

 

Ferienpassaktion auf Tal Tempe 2008